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Blaue Landwirtschaft, kurz erklärt.

Aquakultur, Kreislaufanlagen und Aquaponik ohne Fachchinesisch. Dazu das Marktpotenzial in Zahlen und die Logik, warum Zusammenarbeit die Schweizer Fischwirtschaft stärker macht.

Grundlagen RAS und Aquaponik

Was Blaue Landwirtschaft ausmacht.

Was ist eine Kreislaufanlage (RAS)?

Eine Kreislaufanlage (Recirculating Aquaculture System, RAS) ist Fischzucht in einem geschlossenen System. Das Wasser wird laufend biologisch und mechanisch gereinigt und bis zu 99 Prozent wiederverwendet. Wasserverbrauch, Umweltbelastung und Emissionen sinken dadurch deutlich. Produziert wird das ganze Jahr, kontrolliert und regional, unabhängig von natürlichen Gewässern und vom Wetter. Ein Kilogramm Fisch aus einer modernen Kreislaufanlage braucht rund 15-mal weniger Wasser und rund dreimal weniger Energie als ein Kilogramm Rindfleisch.

Was ist Aquaponik?

Aquaponik verbindet Fischzucht und Pflanzenanbau in einem geschlossenen Kreislauf. Die Ausscheidungen der Fische düngen die Pflanzen, die Pflanzen reinigen im Gegenzug das Wasser, das zurück zu den Fischen fliesst. So entstehen Fisch und Gemüse am selben Ort. Der Wasserverbrauch liegt je nach Kultur bis zu 90 Prozent unter dem Freilandanbau derselben Pflanzen.

Marktziel 2038

Konsequenz für das Marktziel 2038.

Die Seenfischerei ist an ihren natürlichen Grenzen. Der Weg zu einem kommerziellen Inlandanteil von rund 44 Prozent führt deshalb vor allem über moderne Kreislauf- und Aquaponiksysteme, regionale Kreisläufe und eine Kette, in der Produktion, Verarbeitung und Handel aufeinander abgestimmt sind.

0 %10 %20 %30 %40 %50 % 202820332038 24 % 34 % 44 %
Ausgangsbasis 24 % · Zwischenziel 2033 ca. 34 % · Ziel 2038 ca. 44 %
+83 %

Ausbau des kommerziellen Inlandangebots von ca. 3'030 t auf ca. 5'550 t, zusätzliche 2'520 t. Der Importanteil sinkt von etwa 72 auf 52 %.

≈ 28 %

der heutigen Süsswasserfischimporte werden durch Schweizer Produktion ersetzt.

≈ CHF 45 Mio.

zusätzliche Bruttowertschöpfung pro Jahr in der Schweiz.

Von rund 24 % auf rund 44 % kommerzielles Schweizer Süsswasserfisch-Angebot. Gemeinsam ersetzen wir rund 28 % der heutigen Importe durch Schweizer Wertschöpfung. Die Genossenschaft verdrängt den Markt nicht, sie entwickelt ihn.
Im Überblick

Das Marktpotenzial auf einen Blick.

Mehr Schweizer Wertschöpfung, weniger Importabhängigkeit. Das Marktziel in Zahlen, und was es für einzelne Betriebe bedeutet.

Nicht jeder bestehende Betrieb muss seine Produktion um 83 Prozent erhöhen. Das Gesamtziel erfordert über zehn Jahre im Mittel rund 6,3 Prozent Wachstum pro Jahr. Es kann durch Wachstum bestehender Betriebe, neue Anlagen, bessere Marktintegration, gemeinsame Vermarktung und Investitionen erreicht werden.

Was die Genossenschaft dafür beisteuert

  • Gemeinsame Vermarktung
  • Absatzförderung und Marktkommunikation
  • Investitionszugang und Innovationsprojekte
  • Verbindliche Strukturen, die Wirkung schaffen
KennzahlAusgangsbasis / Ziel
Gesamtnachfrage Süsswasserfischca. 12'600 t/Jahr
Kommerzielles Inlandangebotca. 3'030 t / 24 %
Freizeitfangca. 480 t / 4 %
Importeca. 9'100 t / 72 %
Marktziel 2038ca. 5'550 t kommerzielles Inlandangebot / 44 %
Zusätzliche Inlandproduktionca. 2'520 t/Jahr
Zusätzliche Bruttowertschöpfungca. CHF 40–50 Mio./Jahr

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Warum Zusammenarbeit wirkt

Komplementarität und Reziprozität.

Zwei Fachbegriffe tauchen in der Initiative Blaue Landwirtschaft immer wieder auf. Komplementarität meint, dass Produktion, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Konsum im gleichen Takt wachsen und sich gegenseitig tragen. Reziprozität meint, dass jede Seite etwas zurückbekommt: der Produzent Absatzsicherheit, der Gast auf dem Teller eine nachvollziehbare Herkunft, die Region Arbeitsplätze und Steuern. Wenn wir dieses Idealbild einer nachhaltigen, regionalen Wertschöpfungskette nahezu realisieren können, hat die Initiative zumindest einen wertvollen Beitrag geleistet. Wie weit der heutige Zustand davon entfernt ist, zeigt die Tabelle.

EffektIst-ZustandSoll-Zustand
KomplementaritätProduktion, Verarbeitung, Vermarktung und Nachfrage sind nur unzureichend aufeinander abgestimmt. Dadurch bleibt das Wachstum der Schweizer Fischwirtschaft begrenzt.Produktion, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Konsumenten wachsen im gleichen Takt. Angebot und Nachfrage ergänzen sich entlang einer abgestimmten Kette vom Becken bis zum Teller. Das bringt Skalierungseffekte, Investitionssicherheit und einen wachsenden Schweizer Markt.
ReziprozitätDer grösste Teil der Wertschöpfung fliesst durch Importe ins Ausland. Produzenten investieren unter unsicheren Marktbedingungen, während Konsumenten, Gastronomie und Gast häufig zu günstigeren Importprodukten greifen.Führende Anbieter für schlüsselfertige Gesamtanlagen & RAS, Produzenten, Handel, Gastronomie, Konsumenten, Investoren und Forschung profitieren gegenseitig. Der Schweizer Fischmarkt erhält faire Marktchancen, Investitionen werden attraktiver, das Geld bleibt im Inland und stärkt Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und die Versorgungssicherheit.

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